Mittwoch, 25. September 2019

Kaufhaus Döpke – eine Familiengeschichte


Am 26. November 2019 um 19:00 Uhr berichtet Herr Fischer im Eiskeller Gifhorn, Schleusendamm über die Firma Gustav Döpke GmbH & CO.

In mehr als 90 Jahren als mittelständiges Unternehmen hat das Haus Döpke die Entwicklung des innerstädtischen Einzelhandels in Gifhorn mit geprägt.
Im Jahre 1926 wurde das „ Geschäft für Manufaktur- und Modewaren“ in der Hauptstraße 35 - heute Cafe Leifert am Steinweg 64 - auf 45 m² eröffnet. 1950 konnte der erste große Schritt zur Entwicklung zu einem Innenstadtkaufhaus realisiert werden, als gegenüber dem Stammhaus, auf der anderen Straßenseite, das Haus Hauptstraße 57 – heute Steinweg 57-  Geschäftsräume mit nun 300 m² eröffnet wurden.

Der Weg zu einem der schönsten inhabergeführten Kaufhäuser der Lüneburger Heide, mit etwa 6600 m² Verkaufsfläche und 200 Mitarbeitern, wird in seiner Entwicklung im Rahmen der Geschichtswerkstatt im Kavalierhaus vorgestellt. Heute steht die Gustav Döpke GmbH & CO als Vermietungsgesellschaft kurz vor der Fertigstellung umfangreicher Umbaumaßnahmen der Verkaufsflächen an den Standorten und Steinweg 57 und Herzog- Franz- Str. 2. Der Entwicklung der Einzelhandelslandschaft in den Innenstädten folgend wird  die Verkaufsfläche auf nunmehr etwa 2000 m², mit spezialisiertem Angebot, reduziert.
Vorgetragen wird der Beitrag von Manfred Fischer, der zusammen mit seiner Ehefrau Ina-Maria Döpke-Fischer heute die Geschicke der Firma Döpke vertritt.

Wir bitten um telefonische Anmeldung bei Karla Seisel  0171 1212604. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Bürgerstiftung sind aber herzlich willkommen.

Verkehrswege im Raum Gifhorn


Am 29. Oktober 2019 um 19:00 Uhr spricht Herr Oppermann im Eiskeller Gifhorn über die Verkehrswege im Raum Gifhorn.

Während antike Kulturen wie Griechen, Assyrer, Etrusker und nicht zuletzt die Römer schon sehr früh auf den Bau von Kunststraßen setzten, wurden in unserem Raum sehr lange nur sogenannte Naturwege oder Altstraßen genutzt. Dabei ist zu beachten, dass sich die Bezeichnung Straße vom römischen Wort Strada = gepflasterter Weg ableitet. Somit konnte man die in unserem Raum befindlichen historischen Verkehrswege genau genommen gar nicht als Straßen bezeichnen. Diese Verkehrswege auch keinen definierten Start- bzw. Zielpunkt. Sie verbanden einfach die verschiedenen Orte miteinander. Dabei nutzte man geologische und topografische Gegebenheiten aus, um so zu einigermaßen bequemen Verbindungen zu gelangen.

Direkt am Aller-Urstromtal gelegen, boten sich in Gifhorn schon sehr früh günstige Bedingungen, an dieser Stelle das Urstromtal zu queren. Dabei spielte es eine besondere Rolle, dass die geologischen Bedingungen durch zahlreiche Dünen, sowie durch die Grundmoräne Weinberg, Verkehrswege ermöglichten.

Aus diesem Grund kreuzen sich in Gifhorn zwei alte Handelswege. Das ist zum einen die „Alte Salzstraße“ die vom Ostseeraum über Lübeck, Lüneburg, Uelzen und Braunschweig weiter nach Süden führte. Der zweite Handelsweg, der unseren Raum in ost- westlicher Richtung kreuzt, ist die „Kornstraße“. Eine alte Verbindung der Städte Magdeburg und Celle.

Die (alte) Salzstraße ist ein Handelsweg, der mit der Salzgewinnung in Lüneburg verstärkt genutzt wurde. Salz war in früheren Zeiten sehr wichtig, weil man es unter anderem zur Haltbarmachung von Lebensmitteln verwendete. Für unseren Raum von Interesse ist der südliche Teil dieses Verkehrsweges, der von Lüneburg über Uelzen, Hankensbüttel, Wesendorf und Gifhorn nach Braunschweig führte. Südwestlich von Gifhorn befindet sich im Wald eine sehr alte Brücke, mit dem Namen „Napoleonsbrücke“. Auch sie ist ein Teil dieses alten Verkehrsweges.

Völlig anders ist die Situation im Zusammenhang mit der Kornstraße. Diese stellt eine alte Verbindung der Städte Magdeburg und Celle dar. Von Celle aus wurde das Getreide aus der fruchtbaren Magdeburger Börde per Schiff weiter bis nach Bremen transportiert.

Im Vortrag liegt ein Schwerpunkt auf dem Verlauf dieser Handelswege in und um Gifhorn. Man kann davon ausgehen, dass diese Wege schon viel länger in Gebrauch waren, als es ihre wohl aus dem Mittelalter stammenden Namen vermuten lassen. So ist es ich nicht ganz abwegig, von der Annahme auszugehen, dass die Entstehung der Stadt Gifhorn unmittelbar mit der Existenz dieser alten Wege zusammen hängt. Die eingangs beschriebenen Gegebenheiten, wie vorhandene Wasserläufe, aber auch trockener Baugrund auf den vielen Dünen und Moränen im heutigen Stadtgebiet, haben die Menschen schon sehr früh an diesem Platz siedeln lassen. Diverse archäologische Funde stellen das eindrucksvoll unter Beweis.

Wir bitten um telefonische Anmeldung bei Karla Seisel0171 1212604. Der Eintritt ist frei. Spenden für die Bürgerstiftung sind aber herzlich willkommen.

Montag, 9. September 2019

Vom Tanzsaal zur Stadthalle


Am 26.September 2019 um 19:00 Uhr berichtet Altbürgermeister und Ehrenbürger, Manfred Birth, im Eiskeller, Schleusendamm, in Gifhorn über die Entstehung und Nutzung des Tanzsaals, des Schützensaals/Kulturzentrum und der Stadthalle.

Im ersten Teil des Vortrags stehen der Tanzsaal und das Kulturzentrum im Mittelpunkt. Im zweiten Teil berichtet Birth über die Planung, den Bau und die spätere Nutzung der Stadthalle, die er als Bürgermeister begleitet hat.

Schützenplatz um 1870
Bis zum Jahr 1852 feierten die Schützen des Uniformierten Schützenkorps (USK) ihre Feste im damals genannten Jägersaal in der Fallerslebener Straße. Nachdem im Jahr 1853 das USK den Saal erworben hatte, wurde er ab- und auf der Masch, dem heutigen Schützenplatz, wieder aufgebaut.

Schützensaal 1971
Im Jahr 1892 erhielt das USK die Erlaubnis, auf dem städtischen Maschplatz einen neuen Saal zu errichten. Durch die Ausgabe von Anteil- und Schuldscheinen konnte die Finanzierung gesichert werden. Nach der Grundsteinlegung am 29.August 1893 konnte am 14. Mai 1894 Bürgermeister Ewald Müller die Einweihung in Anwesenheit von vielen Schützen vornehmen. Im 1. Weltkrieg wurde ein Lazarett für verwundete Soldaten im Schützensaal eingerichtet. Von 1939 bis 1945 wurde der Saal beschlagnahmt und für verschiedene Zwecke, wie Lagerraum für Papier der Aller Zeitung, Lager der Konservenfabrik, Lazarett oder durch die Belegung eines Baubataillons genutzt. Von 1947 bis 1962 hat die Stadt Gifhorn den Saal für kulturelle und sonstige Veranstaltungen vom USK gepachtet. Zur besseren Nutzung wurde im Jahr 1960 eine Bühne im Osten des Saales angebaut. Weitere räumliche Ergänzungen wie Garderoberäume, ein Foyer und die Verlegung des Eingangs zur Südseite erfolgten bis Anfang der 70er Jahre. Der letzte große Anbau fand im Jahr 1985/86 mit der Erweiterung durch einen Versammlungsraum in Richtung Celler Straße, dem „Kaisersaal“, statt.

Der Gifhorner Schützensaal war viele Jahrzehnte das kulturelle Zentrum der Stadt Gifhorn. Hier fand das gesellschaftliche Leben der Stadt Gifhorn statt. Nach Ende des 2. Weltkriegs nutzte der Kulturverein die Räumlichkeiten für verschiedene Veranstaltungen.

Rat und Verwaltung der Stadt Gifhorn haben sich schon in den 90er Jahren mit dem Bau eines neuen Veranstaltungsraumes beschäftigt und frühzeitig die Voraussetzungen für den Bau der Stadthalle geschaffen. Für den Bereich der Celler Straße wurde ein Sanierungsgebiet beschlossen. Das Pestel Institut in Hannover fertigte eine Machbarkeitsstudie zum Bau einer Stadthalle an, in dem ein eigenständiges Theater und eine Veranstaltungshalle vorgeschlagen wurden. Das Ingenieurbüro PGM fertigte den ersten Entwurf der Stadthalle an. Sie sollte insgesamt ca. 15,3 Mio € kosten.

Am 27. Februar 2003 erhielten Stadtdirektor Wilhelm Jans und Bürgermeister Manfred Birth von der Bezirksregierung die Nachricht, dass die Stadt Gifhorn eine Förderung zum Bau der Stadthalle in Höhe von ca. 7,6 Mio. € erhalten würde mit der Bedingung, dass die Baumaßnahme bis zum 31.Dezember 2005 abgeschlossen wird.
Grundsteinlegung 2.7.2004
Rat und Stadtverwaltung reagierten sehr schnell. Ein Erbbauvertrag mit dem Uniformierten Schützenkorps musste abgeschlossen werden, um das alte Kulturzentrum abzureißen und das Grundstück neu zu bebauen. Im Mai 2004 wurde das alte Kulturzentrum abgebrochen und mit dem Bau der Stadthalle begonnen.
Die Grundsteinlegung erfolgte am 2. Juli 2004 und das Richtfest am 10.Dezember 2004. Nach 20 Monaten Bauzeit, am 23. Dezember 2005, konnte Bürgermeister Manfred Birth die Schlüssel für die fertiggestellte Stadthalle von den Architekten in Empfang nehmen.

Stadthalle im Sommer 2006
Die Einweihung erfolgte am 6. Januar 2006 verbunden mit dem Neujahrsempfang der Stadt im Beisein von mehreren Ministern aus Bund und Land. Das uniformierte Schützenkorps feierte am 7. Januar zum ersten Mal den Apfelsinenball im neuen großen Saal.

Zur Verwaltung und zur Programmgestaltung gründete die Stadt eine eigene Betriebsgesellschaft, die Stadthallen GmbH. Die erste Geschäftsführerin wurde Isolde Ruck. Heute ist die Stadthalle Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens von Stadt und Landkreis Gifhorn. Neben kulturellen Veranstaltungen finden hier Ausstellungen, Tagungen und verschiedene Nutzungen statt.